PRIVATVERKAUF - RAD-SCHLOSS TESCHINKE, TESCHEN ca. 1640, beschädigt,
Restaurierungs-Objekt. Der Schaft aus Obstbaum gefertigt ist reichhaltig mit Beinranken und Fabelwesen eingelegt, der Vorderschaft fehlt.
Das Schloss ist unberührt , die Vergoldungen und Gravuren ungereinigt. Der geschweifte Lauf ist mit eiserner Kimme und kupfernem Korn montiert.
Gesamtlänge: 110 cm
Lauflänge: 85 cm
Caliber: 8 mm
EXKURS:
Es ist schwierig, bei der Beschreibung dieses Spitzenstücks (trotz des Zustandes) nicht zwischen Euphorie und Verzweiflung zu schwanken.
Ich kenne sehr wenige Gegenstücke, die diese überaus dichte Art der Beinschlingen und Punkteinlagen aufweisen. Auch die Fabelwesen zeigen überaus feine Detailgravuren. Der Elefant auf der Schaftunterseite ist ein Beispiel von der Fantasie des Künstlers - die Figur entstand sicher aus Erzählungen.
Die in den runden Ausnehmungen fehlenden Perlmutteinlagen sind durch den Trocknungsprozess herausgefallen ( eines ist beigelegt ). Der fehlende Vorderschaft ist nicht abgebrochen, sondern der Schäfter hat dort das Holz angesetzt.
Das Radschloss ist absolut in jeder Schraube original, die Platte hat innen und außen die Originalbläuung (!) noch erhalten, die Reibevergoldung an den Schlossteilen noch zu 60% erhalten. Der Deckel des Pfannenschubers ist in der Gebrauchszeit verlustig geworden.
Auch der Harfenbügel hat innen und außen noch die Bläuung. Es wurde hier an diesem Stück noch keinerlei Restaurierung oder Reinigung oder sonstiges versucht. Der kantige Lauf ist blank, geschweift, an der Unterseite grob rund gefeilt und mit 3 Haften montiert. Die Züge sind klar und nicht narbig. Der Schuber fehlt. Mir ist durchaus bewußt - auf den ersten Blick - was soll das ? Jedoch ist dem Fachmann das Potential bewußt, eine Tschinke in der vorliegenden Qualität ist komplett nicht unter 20.000 € zu haben .
Text A.v.Lanso
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